Landesverkehrswacht Baden-Württemberg e.V.

Zur Belohnung geht's mit Karacho durch den Freizeitpark

Cleebronn, 24.07.19: Landeswettbewerb der Schülerlotsen im Erlebnispark Tripsdrill: Elisa Schacht aus Pfedelbach vertritt Baden-Württemberg beim Bundeswettbewerb in Berlin.

 

Aus ganz Baden-Württemberg sind sie angereist: 54 Schülerlotsen, die auf einer Freifläche vor dem Freizeitpark Tripsdrill mit Begleitlehrern oder Betreuern der Verkehrswacht auf den Beginn des Landeswettbewerbs warten.

Die Brille wirkt wie ein Alkoholpegel von 0,8 Promille. Da gerät man selbst auf ebenstem Weg ins Schwanken. Foto: Helga El-Kothany

2200 Schülerlotsen sind im Land aktiv im Einsatz, und jährlich werden 700 bis 800 neue ausgebildet. Nach dem Vorbild der Lotsen in den Vereinigten Staaten wurden sie in Deutschland bereits 1952 flächendeckend eingeführt, in Kornwestheim sogar zwei Jahre früher.

Kein einziger Unfall an gesicherten Überwegen

Der Schülerlotsendienst ist eine Erfolgsgeschichte. Jährlich zählt die Unfallkasse Baden-Württemberg (UKBW) rund 16 000 Schulwegunfälle, auch sieben Todesopfer gab es im Jahr 2018. Aber seit der Einführung der Lotsen 1952 hat sich an den von ihnen gesicherten Straßenübergängen deutschlandweit kein einziger Unfall ereignet. Eine großartige Bilanz.

Robert Newart, Geschäftsführer der Landesverkehrswacht BW, erklärt nach seiner Begrüßung den Ablauf des Wettbewerbs, der aus einem praktischen und einem theoretischen Teil besteht. Entfernungen, Bremswege und Geschwindigkeiten müssen geschätzt werden, wofür ein roter Kleinbus der Verkehrswacht über die Schottersteine brettert. Und es geht um ganz aktuelle Fragen: Dürfen Elektroroller auf Gehwegen und in Fußgängerzonen fahren?

Verhindern, dass Kindern etwas passiert

Aus Kenzingen sind Johanna Schmidt, Camille Schallert und Elena Winkler mit dabei. Sie sind seit zwei Monaten Lotsen, weil der Verkehr seither durch die Straße an der Schule umgeleitet wird. Und da ist Vorsicht geboten. Lukas Noerenberg aus Epfingen möchte Polizist werden. Da ist der Lotsendienst eine gute Vorbereitung. Sein Freund Ridvan Shala macht seit einem Jahr Dienst, Tag für Tag. Seine Motivation: Er möchte verhindern, dass Kindern etwas passiert.

Sabina Imeri macht die Arbeit mit den Kindern Spaß, und die Aufgaben auf den Fragebögen findet sie "easy". Anders sieht es für sie und wohl für die meisten Jungen und Mädchen aus, als sie ausgestattet mit einer "Alkoholbrille", die 0,8 Promille simuliert, einen Parcours absolvieren müssen. Da strauchelt mancher, obwohl stets ein Begleiter dabei ist, der die Richtung einsagt: "Jetzt mehr nach rechts" oder "Und jetzt um das Hütchen".

"Man sieht alles doppelt", stellt Elena irritiert fest. Lena Hanna aus Pfedelbach hat so lange alles verschwommen gesehen und sich schwindelig gefühlt, bis sie ein Auge schloss. Da war die Sicht wieder deutlicher.

Urkunden und Geldpreis für die Sieger

Am Ende eines langen, heißen Vormittags stehen die Sieger fest, denen Siegfried Kukuk, Vizepräsident der Landesverkehrswacht, und Polizeirat Timon Kuntz vom Innenministerium und Landespolizeipräsidium Stuttgart Urkunden und einen Geldpreis überreichen: Elisa Schacht von der Pestalozzischule Pfedelbach und Francesco Rosignuolo, Schlossbergschule Vaihingen/Enz.

Elisa darf außerdem als Beste am 20. und 21. Dezember in Berlin am Bundeswettbewerb der Schülerlotsen der Deutschen Verkehrswacht teilnehmen. Alle Lotsen bekommen zudem noch einen Vermerk ins Zeugnis - für ihr soziales Engagement. Und danach heißt es für alle: mit "Karacho" durch Tripsdrill.

Quelle: Von Helga El-Kothany, Heilbronner Stimme, 26.07.19
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