Landesverkehrswacht Baden-Württemberg e.V.

Neuer Verkehrsübungsplatz in Steißlingen "ein Glücksfall"

Willi Streit erläutert als Vorsitzender der Kreisverkehrswacht den Stand der Dinge beim geplanten Verkehrsübungsplatz.

Herr Streit, was genau haben Sie mit dem Projekt vor?
Die Kreisverkehrswacht Konstanz-Hegau beabsichtigt in Steißlingen eine stationäre Jugendverkehrsschule, einen Verkehrsübungsplatz und ein Fahrsicherheitszentrum einzurichten. Dabei soll auch eine Geschäftsstelle mit Schulungsräumen entstehen.

Die Planer haben kurz nach der Sommerpause die Bestandssituation mit den geplanten Veränderungen im Gemeinderat vorgestellt. Gibt es Probleme mit der Planung oder mit den Ausgleichsflächen?
Grundsätzlich stellt der Bau eines Fahrsicherheitszentrums auf etwa 4,6 Hektar Fläche eine nicht alltägliche Baumaßnahme dar. Dabei werden sowohl die in die Planung involvierten Stellen als auch die Entscheidungsträger mit teilweise nicht vorhersehbaren Herausforderungen konfrontiert. Die geringfügig veränderte Zufahrt und eine ebenfalls marginale Verschiebung der Grenze machten deshalb diese weitere Beratung im Gemeinderat notwendig.

Und was ist dabei herausgekommen?
Mit Freude haben die anwesenden Vorstandsmitglieder der Kreisverkehrswacht Konstanz-Hegau nach intensiver Beratung der Gemeinderäte die einstimmige Zustimmung des Gremiums zur Ändenrung des Aufstellungsbeschlusses vernommen.

Warum war der Entscheidungsprozess so schwierig?
Der Gemeinderat Steißtingen hat das Gesamtwohl und die Gesamtinteressen der Steißlinger Bürgerinnen und Bürger zu vertreten und zu bedenken. Und deshalb ist es richtig, dass das Gremium kritisch, dennoch sehr konstruktiv das Projekt begleitet. Nach derzeitigem Planungsstand wird das Fahrsicherheitszentrum über den modernsten und technisch hochwertigsten Verkehrsübungsplatz in Baden-Württemberg und weit darüber hinaus verfügen - ein unschätzbarer Beitrag zur Förderung der Verkehrssicherheit von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und natürlich auch Senioren.

Auf was müssen die Planer achten?
Bei der für das Fahrsicherheitszentrum benötigten Fläche handelt es sich um ein rekultiviertes Gelände. Es wird als landwirtschaftliche und als Betriebsfläche genutzt. Für den Verkehrsübungsplatz muss über die Hälfte der Fläche  versiegelt werden. Wir selbst sind daran interessiert, die Auswirkungen auf den Naturhaushalt so gering wie möglich zu halten und die Firma Schleith als Investor ist sehr bemüht, die erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen auf eigenem Firmengelände zu erbringen.

Weshalb wird ein Nutzungsvertrag über 20 Jahre gemacht?
Mit einer Vertragsdauer von 20 Jahren und der Option der weiteren Verlängerung erhält die Verkehrswacht zum einen über fast eine Generation hinweg Planungssicherheit. Zum anderen wird damit dokumentiert, dass das Fahrsicherheitszentrum vorrangig für die Förderung der Verkehrssicherheit von Personen aller Altersgruppen gebaut wird. Weiter wollen wir im Nutzungsvertrag den Auslastungsgrad mit 70 Prozent für das Fahrsicherheitstraining durch die Verkehrswacht festschreiben.

Aber immer noch gibt es Steißlinger, die Bedenken haben.
Mit dem Vertragswerk wollen wir auch möglichen Bedenken Steißlinger Bürgerinnen und Bürger entgegentreten, die ausschließlich ein kommerzielles Eigeninteresse des Investors befürchten. Für die Verkehrswacht ist es ein Glücksfall, dass mit Schleith ein Investor gefunden wurde, mit dem das Fahrsicherheitszentrum Steißlingen gebaut werden kann. Die Verkehrswacht strebt seit 17 Jahren den Bau einer stationären Jugendverkehrsschule im Landkreis an.

(Quelle: Südkurier - Fragen von Karola Kuhn)