Landesverkehrswacht Baden-Württemberg e.V.

Kreis Friedrichshafen weiht mobile Verkehrsschule ein

28 neue Fahrräder, ein Kofferraum voller Verkehrsschilder im Schülerformat und Funktechnik für unterwegs: Das sind Ausstattungsdetails der neuen, mobilen Jugendverkehrsschule im Bodenseekreis. Viertklässler aus 60 Klassen der ländlichen Gebiete im Kreis sollen künftig in den Genuss des mobilen Schulungszentrums kommen und unter den Augen der Polizei sicheres Radfahren lernen. Dafür wurden knapp 130.000 Euro investiert.

"Früher musste man den Kindern zuschreien: ,Passt auf'", sagte Lothar Wölfle, Landrat im Bodenseekreis, bei der Einweihung des neuen Schulungsfahrzeugs samt Ausrüstung am Montag in Friedrichshafen. Solche Probleme sollen jetzt vorbei sein. Wenn Polizisten künftig mit dem neuen Verkehrsschulungs-Transporter samt Anhänger Schulen in Salem, Kehlen, Überlingen, Oberteuringen, Tettnang oder Immenstaad besuchen, haben sie fortan eine sogenannte "Funkführungsanlage" dabei. Bei Übungsfahrten mit den jungen Radlern im Straßenverkehr kann der  Polizist und Verkehrslehrer dann per Funk Anweisungen an die Schüler geben. Das soll die Schulungen, die für alle Viertklässler im Land  vorgeschrieben sind, künftig sicherer machen. Auch eine Anlage für Videoanalysen während der Verkehrsschulungen und ein Anhänger mit 28 Schulungsfahrrädern gehören zu dem technisch komplett ausgestatteten Fahrzeug-Gespann. Es wird vor allem in kleineren Orten eingesetzt, die keine festen Verkehrsübungsplätze besitzen, wie es sie in  Friedrichshafen und Markdorf gibt.

Die mobile Verkehrsschule ist die dritte, die der Bodenseekreis seit den 1970er-Jahren angeschafft hat. Verkehrsunterricht ist eigentlich Sache der Kommunen. Da es sich aber nicht lohnt, für jeden Ort eine eigene Ausrüstung anzuschaffen, übernimmt in der Region der Bodenseekreis diese Aufgabe. Nach 23 Jahren im Einsatz wurde das Vorgängermodell des mobilen Schulungszentrums allerdings ausgemustert:  "Die Innenaustattung ist aus dem Leim gegangen", sagte Landrat Wölfle unter anderem dazu. Auch hätten die zugehörigen Schulungsfahrräder nicht mehr dem Stand der Technik entsprochen. Von den knapp 130.000  Euro Kosten der Investition hat der Kreis 106.000 Euro getragen. Je 10.000 Euro kamen vom Land und vom Sponsor ZF Friedrichshafen.


(Quelle: Schwäbische Zeitung)