Landesverkehrswacht Baden-Württemberg e.V.

Bernd der Bär schenkt Aha-Erlebnisse

Brandneue Bobbycars sind der Renner der Verkehrserziehung

im Martin-Luther-Kindergarten in Stetten.

Konrad Autenrieth, Pfarrer und Vater, kennt das Problem: Kinder lieben ihre Eltern, aber sie hören nicht immer auf sie. Deswegen ist es gut, wenn die Kinder von dritter Seite gesagt bekommen, wie sie sich richtig im Verkehr verhalten. Die dritte Seite sind der Kindergarten, die Landesverkehrswacht und die Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart. Die letzteren zwei veranstalteten im Gemeindehaus Stetten einen Verkehrssicherheitstag, und die Innung ließ auch etwas da: einen kleinen Verkehrsübungsplatz mit Verkehrszeichen, Ampeln und fünf Bobbycars. Prima geeignet fürs Verkehrstraining drinnen und draußen.

"Danke für diesen schönen Autos", sangen die 22 Kinder des Evangelischen  Kindergartens Martin-Luther in nagel-neuen, das Licht auffällig reflektierenden Warnwesten um Leiterin Hanna Krentz. Danke für die gute Verkehrssicherheitsarbeit, die im Stettener Kindergarten geleistet wird, sagte Bernhard Schäufele, der als Projektleiter der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart die Kindergärten mit aussucht, die im Rahmen des Projektes verkehrssichere Kinder jedes Jahr gefördert werden und die Ausrüstung übergibt. Danke für die Unterstützung sagte Bürgermeister Stefan Altenherger auch an die Adresse von Hans Fuhrmann. Denn dessen Autohaus stellte die fünf Bobbycars zur Verfügung, die Herzstück des Mini-Verkehrsübungsplatzes sind.

Denn wie kommt ein Drei-, Vier-, Fünfjähriger dazu, mal zu erleben, wie das Leben aus der Sicht eines Autofahrers ist, der auf einen Zebrastreifen  zusteuert? Am Lenkrad eines Bobbycars. Denn da fühlt er genauso die Unlust anzuhalten, wie mancher Erwachsene am Zebrastreifen oder an der roten Ampel, erklärt Bernhard Schäufele. "Aha-Erlebnisse" sind es, die den Reiz eines Verkehrssicherheitstages ausmachen, wie ihn Kraftfahrzeuginnung und Verkehrswacht etwa 20 mal im Jahr in Kindergärten der Region anbieten. Die Nachfrage wäre größer, aber der Etat für die Aktionen ist mit 15.000 Euro begrenzt.

Erich Klett von der Landesverkehrswacht greift zu Bär und Ei, wenn er  veranschaulicht, warum ein Helm für Radfahrer wichtig ist. Jedes Mal kostet es ein Ei, wenn er dieses Aha-Erlebnis vorführt. In der ersten Runde geht's dem Ei gut. Denn da fällt es geschützt mit einem Styropor-Helm aus Kinderhand zu Boden. In der zweiten Runde ist das Ei Matsch, denn da wird der Helm weggelassen.

Um die Zuschauer ins Grübeln zu bringen, ist auch Bernd der Bär da. Der kann fliegen. Das finden die Kinder lustig, aber nicht gut. Denn Bernd der Bär fährt auf einem Gurtschlitten im Kindersitz und wird abrupt gebremst: Beim ersten Mal sehen die Kinder und deren Mütter, dass nichts passiert, weil er angeschnallt ist. Beim zweiten Mal "macht sich der Fetz los", sagt Erich Klett, der Bär fliegt und würde im Auto gegen die Scheibe knallen: "Stellt Euch vor, das wärt ihr." Wenn das Kind sich losschnallt, rät Erich Klett, anzuhalten und ihm ins Gewissen zu reden. Wenn Eltern zu sorglos sind, weil's ja nur kurz um die Ecke geht, empfiehlt Klett den Kindern: "Sagt laut, dass ihr angeschnallt werden wollt".

Damit die Kleinen das lernen, setzt Pfarrer Konrad Autenrieth auf sein Stettener Kindergartenteam und die neuen Übungsmöglichkeiten im Martin-Luther-Kindergarten. Damit es allen am Ende so geht wie ihm: "Heute ist die Tochter dreißig und hat das Gröbste überstanden".

(Quelle: Fellbacher Zeitung)