Landesverkehrswacht Baden-Württemberg e.V.

Anschnallen und dann voll auf die Bremse treten

Senioren absolvieren beim Seminar „Gib 8 im Verkehr“ in Straßberg ein Sicherheitstraining

Sie haben ihren Führerschein seit über 40 Jahren. Ihn abzugeben kommt aber nicht in Frage. Viele Senioren frischen beim viertägigen Seminar „Gib 8 im Verkehr“ in Straßberg ihre Fahrkenntnisse auf.

Achtsamkeit im Straßenverkehr ist wichtig, insbesondere dann, wenn die Aufmerksamkeit altersbedingt langsam nachlässt. Hierzu wurde 2003 der Arbeitskreis „Gib 8 im Verkehr Zollernalb“ gegründet. Jährlich soll das Wissen der Senioren überprüft und mit einigen Übungen die praktischen Fähigkeiten hinterm Lenkrad wieder aufgefrischt werden.

Dieter König, Leiter der Verkehrserziehung bei der Polizeidirektion Balingen, erklärt, dass laut Statistik 25 Prozent der Führerscheinbesitzer im Zollernalbkreis über 65 Jahre alt sind. Zwar sind es die 18- bis 24-Jährigen, die zu einer hohen Unfallquote wegen überhöhter Geschwindigkeit beitragen, doch sind es eben auch Senioren, die die Prozentzahlen in die Höhe schießen lassen, wenn es um das Nichtbeachten der vorfahrtregelnden Verkehrszeichen geht. Und das sei beachtlich.

In Straßberg absolvierten gestern Nachmittag 17 Senioren das Training rund ums richtige Anschnallen, Vollbremsung und Einparken. Aber auch der Einfluss von Medikamenten im Straßenverkehr wurde genauestens erklärt und die Sehstärke der Teilnehmer kontrolliert.

Nach dem theoretischen Teil am Vormittag setzten sich die Senioren am Nachmittag hinters Steuer. Während die einen das Rückwärtseinparken übten, erklärte Georg Seeg, Leiter der Verkehrswacht Zollernalbkreis, wie eine richtige Vollbremsung funktioniert. „Sie müssen richtig draufdrücken“, lautete sein häufigster Satz. Denn das heftige Drücken auf die Bremse trägt eben auch zu einem verkürzten Bremsweg bei. Erst nachdem alle die Vollbremsung bei 30 und 50 Kilometer pro Stunde gemeistert hatten, wurden sie von Georg Seeg zur nächsten Übungsstation entlassen.

„Ich decke Ihren Tacho mit einem Tuch ab und Sie müssen dann rein nach Gefühl sieben Kilometer pro Stunde fahren“, lautete die nächste Aufgabe, die König den Senioren aufgab. Nicht wenige fuhren weit über das Doppelte. Indes kontrollierte Walter Happle vom Auto Club Europa die vorgeschriebene Sicherheitsausstattung der Fahrzeuge. Ferner machten die Teilnehmer einen Sehtest der besonderen Art: Mit der „Alkoholbrille“ erfuhren sie im nüchternen Zustand, wie sich Alkohol im Verkehr auswirkt.

 

(Quelle: Zollern-Alb-Kurier)