Landesverkehrswacht Baden-Württemberg e.V.

50-jähriges Bestehen der Jugendverkehrsschule Pforzheim im Reuchlinhaus

Knackige Ampelmännchen zum Vernaschen - wo gibt es denn sowas? Natürlich bei der Feier des 50-jährigen Bestehens der Jugendverkehrsschule Pforzheim. Im  Reuchlinhaus kamen am Freitag alle Verantwortlichen der Verkehrswacht Pforzheim, der Stadt Pforzheim und der Polizeidirektion Pforzheim zusammen, um mit Häppchen in Verkehrszeichenform, aber auch einigen Reden den Geburtstag der  Jugendverkehrsschule gebührend zu begehen.

Obwohl die Sozialbürgermeisterin Monika Müller "keine so gute persönliche Erinnerung" an die Einrichtung hat - "Ich bin durch die Fahrradprüfung gefallen" - lobte sie die Jugendverkehrsschule trotzdem als eine herausragende "Lernwerkstatt". Dort können die Kinder, die es heute nicht mehr gewohnt seien, sich frei im Verkehr zu bewegen, tolle Erfahrungen machen.

Der Brötzinger Schulleiter Wolfgang Müller, als Zeitzeuge angekündigt, blickte dagegen umso lieber auf seine Zeit als Verkehrsanfänger zurück. Besonders hätten es ihm damals die Kettcars angetan, mit denen die Jungen und Mädchen im Verkehrsgarten üben durften. Ganz stolz sei man dabei gewesen, wenn man eins der Fahrzeuge ergattert habe. Er als schüchterner Schüler sei dabei leider nicht zum Zuge gekommen. Auch hätte er so manchen Strauß mit seiner Mutter ausfechten müssen, die aus Angst um ihren Jungen, er könne unter die Straßenbahn geraten, die Fahrt vom Arlinger zum Verkehrsgarten verbieten wollte. "Dabei ist es doch damals schon ein Erlebnis gewesen, dabei zu sein, und ist es auch heute immer noch", betonte der Rektor stolz. Nur wäre man zu seiner Zeit mit der Trillerpfeife zur Räson gebracht worden. Heute übernehme die Technik diesen Part.

Daniela Vogel verriet, dass sie zweimal einen 50. Geburtstag feiern konnte. Den der Jugendverkehrsschule und einige Tage zuvor ihren eigenen. "Allerdings im kleineren Rahmen", schmunzelte die erste Vorsitzende der Verkehrswacht Pforzheim-Enzkreis.

Sie wünschte sich, dass der "heutige Tag vielleicht die Geburtsstunde für den Neubau der Jugendverkehrsschule" sein könnte. Einen weiteren Schritt in Richtung baulicher Zukunft der Einrichtung an der KF brachte die Spende der Firma Agosi.  Die Allgemeine Gold- und Silberscheideanstalt stocke die bereits erreichte Summe  von rund 300.000 Euro um weitere 10.000 Euro auf.
Burkhard Metzger, Leiter der Polizeidirektion Pforzheim, lobte die Finanzspritze  der Firma Agosi als "eine schöne Überraschung". So könne der Startschuss zum Bau des neuen Gebäudes hoffentlich noch vor dem offiziellen Inkrafttreten der  Polizeireform gegeben werden. "Das Alte ist doch ganz schön in die Jahre  gekommen." Das Limit für den Spatenstich liege bei 500.000 Euro.

Metzger betonte, wie außerordentlich wichtig die Verkehrserziehung sei. "Allein in den vergangenen Jahren haben sich im Zuständigkeitsbereich der  Polizeidirektion Pforzheim die Unfälle mit Kindern von 137 im Jahr 2005 auf 65 im Jahr 2012 mehr als halbiert. Die Unfälle mit schwer verletzten Kindern konnten von 36 im Jahr 200S auf 21 im Jahr 2012 gesenkt werden." Dennoch sei  jeder dieser Unfälle, meinte Metzger, einer zu viel. "Unser Ziel muss es sein, dass kein Kind verunfallt."

Heinz Kälberer, Präsident der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg, amüsierte sich über den Versprecher der Sozialbürgermeisterin Monika Müller. "Es wär fei scho schee, wenn der Herr Metzger Landespolizeipräsident werden würd", witzelte er in breitestem Schwäbisch. Kälberer wies darauf hin, dass die Polizei nicht nur Strafzettel verteile, sondern die eigentliche Arbeit der Verkehrserziehung leiste. "Die Verkehrswacht stellt nur die Infrastruktur zur Verfügung." Musikalisch unterhielt das Landespolizeiorchester Baden-Württemberg die zahlreich erschienenen Gäste. Diese konnten anschließend bei Ampelmännchen, Sekt, Selters und mehr, welches durch Vera Sauer und ihr Team serviert wurde, eine Zeitreise durch 5O Jahre Jugendverkehrsschule dank der ausgestellten Schautafeln unternehmen sowie konstruktive Gespräche führen.

(Quelle: Pforzheimer Zeitung)