Kinder üben den Schulweg besser schon in den Ferien
Mit schulwegtrainer.de der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg und der Unfallkasse Baden-Württemberg können Eltern und Kinder online trainieren
Nach den Sommerferien treten etwa 110.000 Kinder in Baden-Württemberg das erste Mal den Weg ins Klassenzimmer an. Die Landesverkehrswacht empfiehlt, Kinder den Schulweg möglichst allein oder mit Freunden zurücklegen zu lassen. Das fördert die Eigenständigkeit, die Bewegung macht fit für den Unterricht und Schulanfänger sammeln wertvolle Erfahrungen im Straßenverkehr. Voraussetzung dafür ist ein intensives Schulwegtraining mit den Eltern. Das sollte im besten Fall schon jetzt beginnen, um mehr Sicherheit zu gewinnen. Eine praktische Ergänzung zum Ablaufen des Schulweges ist das Online-Angebot schulwegtrainer.de.
Burkhard Metzger, Präsident der Landesverkehrswacht, rät: "Mit der Einschulung ergibt sich eine gute Gelegenheit, unsere Kinder ein Stück mobile Selbstständigkeit erfahren zu lassen. Als Eltern müssen wir das aber gut vorbereiten und uns Zeit nehmen für die Verkehrserziehung. Das bedeutet auch, die Kleinen eben nicht mit dem Auto bis ins Klassenzimmer zu fahren. Nur wer sich viel bewegt, lernt sichere Bewegungen! Wer die Verkehrswelt dagegen passiv vom Rücksitz aus erfährt, lernt nichts für den mobilen Alltag."
Schulwegtraining ist keine Wissenschaft
Die meisten Schulen stellen Schulwegpläne bereit, welche die Routen ohne oder mit nur geringen Gefahrenpunkten zeigen. Der kürzeste Weg ist darum nicht immer der sicherste. Eltern gehen dann gemeinsam mit ihren Kindern den Schulweg. Dabei werden jedes Abbiegen, jede Straßenüberquerung und jeder Gefahrenpunkt, beispielsweise eine Baustelle, einzeln besprochen. Das ist wichtig, weil es Schulanfängern noch schwerfällt, Zusammenhänge herzustellen und das Erlernte auf andere Situationen zu übertragen. Auch der Rückweg wird so trainiert. Nach einigen Übungsgängen, wenn das Kind schon deutlich sicherer ist, kann ihm die Führungsrolle übergeben werden. Eltern korrigieren dann nur noch. Das Schulwegtraining muss mehrmals wiederholt werden. Dadurch prägen sich Kinder die Abläufe erst ein und werden sicherer.
Kinder testen beim Schulwegtrainer ihr Wissen
Eine praktische Ergänzung ist der digitale Schulwegtrainer, eine Initiative der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg und der Unfallkasse Baden-Württemberg. Mit Videoclips, Spielen und einfach umsetzbaren Tipps überprüfen und festigen Kinder die wichtigsten Verhaltensregeln für einen sicheren Schulweg. Eltern finden zahlreiche Tipps und Wissenswertes zum Thema Schulwegsicherheit. Gefördert wird das kostenfreie Angebot vom Ministerium des Innern, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg.
Der Schulwegtrainer ist nicht das einzige Angebot der Verkehrswachten zum Thema Schulwegsicherheit. Die Verkehrswachten im Land engagieren sich seit vielen Jahren erfolgreich in diesem Bereich und unterstützen Lehrkräfte und Eltern bei der Verkehrserziehung oder vermitteln Kindern Grundlagen selbstbestimmter Mobilität. Weithin bekannt sind auch die gelben Banner „Bitte langsam, Schule hat begonnen!“ und die rosafarbenen Banner „Geh(t) doch! Schulweg ohne Elterntaxi“. "Denn die Kinder mit dem sogenannten Elterntaxi bis vor das Schultor zu bringen, bremst die Entwicklung zu sicheren Verkehrsteilnehmenden und schafft mehr Gefahren als es vermeidet“, erklärt Landesverkehrswacht-Präsident Burkhard Metzger.

Wenn Eltern und Kinder den Schulweg schon vor dem Schulstart üben, sind Schulanfänger sicher unterwegs. © Canva/Youganov Konstantin