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Unfallprävention ist eine Investition in Menschenleben

Nach den endgültigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) verloren im vergangenen Jahr 2.832 Menschen ihr Leben auf deutschen Straßen. Das entspricht einem Anstieg von 62 Verkehrstoten oder 2,3 Prozent im Vergleich zu 2024. In Baden-Württemberg starben im gleichen Zeitraum 367 Personen bei einem Verkehrsunfall, 7,9 Prozent mehr als im Jahr davor (340). Die Landesverkehrswacht sieht deswegen einen erheblichen Handlungsbedarf beim Ausbau der Präventionsarbeit auch im Südwesten. Insbesondere bei E-Scootern besteht Handlungsbedarf, weshalb die Verkehrswachten in Baden-Württemberg noch in diesem Jahr mit einem Sicherheitstraining in diesem Segment starten. 

Die Landesverkehrswacht Baden-Württemberg e.V. unterstützt die Forderung ihres Bundesverbands, der Deutschen Verkehrswacht, nach einem Ausbau der Präventionsarbeit für eine bessere Unfallvorsorge. Burkhard Metzger, Präsident der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg, plädiert dafür, besonders gefährdete Zielgruppen im Blick zu behalten: „Gerade bei Geschwindigkeitsunfällen sowie im Fuß- und Radverkehr müssen wir neben einer sicheren Infrastruktur noch stärker beim Verhalten ansetzen. Deshalb brauchen wir einen deutlichen Ausbau der bisherigen Präventionsarbeit – von der Verkehrserziehung im Kindesalter über Programme für junge Fahrende bis hin zu Angeboten für ältere Menschen. Prävention ist kein Selbstzweck, sondern eine Investition in Menschenleben.“

Mehr getötete Ältere, Rad- und Motorradfahrende 

In Baden-Württemberg sank die Zahl der Schwerverletzten im Jahr 2025 mit 5.561 Personen auf einen historischen Tiefstand (2024: 5.950; -6,5 Prozent). Die Entwicklung der Verkehrsunfälle innerhalb der Zielgruppen ist jedoch sehr unterschiedlich. Verkehrsunfälle mit Kindern haben zugenommen, wenngleich mit weniger getöteten (2024: 14; 2025: 10) und schwer verletzten Kindern. Einen gegenläufigen Trend gibt es bei getöteten Seniorinnen und Senioren (2024: 127; 2025: 148). Im Bereich der Zweiräder starben mehr Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer (2024: 57; 2025: 60) und mehr Motorradnutzende (2024: 64; 2025: 71).

Burkhard Metzger betont: „Die Landesverkehrswacht Baden-Württemberg setzt mit ihren über 50 örtlichen Vereinen bei unterschiedlichen Zielgruppen an. Denn jede hat eigene Herausforderungen und Unfallschwerpunkte.“ Insbesondere Kinder werden durch die Landesprogramme erreicht: So wurden beispielsweise mit dem Projekt „Verkehrsparcours für Kids“, einer gemeinsamen Aktion mit der Unfallkasse Baden-Württemberg, im Jahr 2025 über 25.000 Kindergartenkinder landesweit erreicht. Sensibilisierungsaktionen gegen das Elterntaxi ergänzen diese Maßnahmen.

Auch Fahrsicherheitstrainings für Pkw oder Motorrad sind fester Bestandteil der Verkehrswacht-Arbeit. Für Seniorinnen und Senioren gibt es informative Vortragsreihen über Unfallrisiken sowie praktische Angebote wie ein Pedelec-Training. Angesichts der deutlichen Zunahme von Unfällen mit E-Scootern entwickelt die Landesverkehrswacht auch für diese Fahrzeuggruppe ein Sicherheitstraining, das insbesondere auf junge Fahrerinnen und Fahrer ausgerichtet ist. 

Unfallprävention hat viele Gesichter: Beim Kids-Projekt machen schon Kindergartenkinder mit. Sicherheitstrainings für Pedelecs geben Älteren die nötige Fahrsicherheit. Aktuell entwickelt die Landesverkehrswacht ein Angebot für E-Scooter. Eins haben diese und die vielen anderen Angebote der Verkehrswachten in Baden-Württemberg gemeinsam: Sie alle sorgen dafür, dass Verkehrsteilnehmer sicherer ans Ziel kommen. © LVW