Zwei Räder – Sicher ans Ziel
Bei schönem Sommerwetter haben Fahrrad, E-Scooter und Motorrad Hochsaison. Wer aber auf zwei Rädern Spaß hat, gehört auch zu den besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmern. Die 4. Aktionswoche der Verkehrssicherheit in Baden-Württemberg von 17. bis 25. Juli rückt darum diese Gruppe ganz besonders in den Mittelpunkt. Das Motto: "Zwei Räder – Sicher ans Ziel".
Aktionswoche der Verkehrssicherheit
Die Aktionswoche der Verkehrssicherheit ist eine Initiative der landesweiten Kampagne „Gib Acht im Verkehr“, an der die Landesverkehrswacht Baden-Württemberg maßgeblich beteiligt ist.
Zum Start am 17. Juli auf der Landesgartenschau in Ellwangen kommen Vertreter der Partnerorganisationen, der Polizei und der Politik, darunter der Präsident der Landesverkehrswacht Burkhard Metzger, der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Manuel Hagel (MdL), Verkehrsministerin Nicole Razavi (MdL) sowie Kultusminister Andreas Jung.
Während der Aktionswoche gibt es an verschiedenen Orten im Südwesten Informationsstände, Diskussionsrunden, praktische Übungen und Vorführungen, die auf die Gefahren im Straßenverkehr hinweisen. Eine Auswahl:
- Neckarsulm: Sonntag, 19. Juli 2026
- Mössingen: Mittwoch, 22. Juli 2026
- Bruchsal: Mittwoch, 22. Juli 2026
- Stuttgart: Mittwoch u. Donnerstag, 22. + 23. Juli 2026
- Friedrichshafen: Donnerstag, 23. Juli 2026
- Pforzheim: Freitag, 24. Juli 2026
- Tuttlingen: Samstag, 25. Juli 2026
Hohe Unfallzahlen bei E-Scooter, Motorrad und Pedelec
Während der Straßenverkehr insgesamt sicherer wird, verzeichnen insbesondere E-Scooter und Fahrräder/Pedelecs steigende Unfallzahlen. Laut Verkehrsunfallbilanz des Innenministeriums für Baden-Württemberg waren 2025 an knapp jedem zweiten Unfall mit Personenschaden Zweiräder beteiligt (rund 49 Prozent von 16.806 Fällen), davon verunglückten 141 Personen tödlich:
- E-Scooter: 10 Getötete (und 1 beteiligter Fußgänger)
- Pedelec / Fahrrad: 60 Getötete
- Motorrad: 71 Getötete
Auffälligkeiten bei den Unfallursachen
🛴 E-Scooter: Die Spitzenreiter bei Alleinunfällen
- Alleinunfälle dominieren: Fast die Hälfte (rund 45 bis 50 Prozent) aller E-Scooter-Unfälle mit schweren Verletzungen oder Todesfolgen sind reine Alleinunfälle. Der Fahrer stürzt also ohne Einwirkung anderer.
- Hauptursache Nummer 1: Ganz klar Alkohol- und Drogeneinfluss. Ein weiterer großer Teil resultiert aus Fahrfehlern (z. B. Kantsteine, falsche Gehwegnutzung) sowie dem Fahren zu zweit auf einem Roller.
🚲 Fahrräder & Pedelecs: Häufige Konflikte mit Pkw
- Fremdbeteiligung überwiegt: Bei der Mehrheit der Fahrradunfälle sind andere Verkehrsteilnehmer beteiligt – meistens Autofahrer beim Abbiegen oder Vorfahrtnehmen.
- Gefährliche Alleinunfälle: Dennoch ist der Anteil der Alleinstürze hoch. Fast jeder dritte tödliche Fahrradunfall (rund 30 Prozent) passiert ganz ohne fremde Beteiligung.
- Problemfall Pedelec: Bei den elektrischen Pedelecs verunglücken vor allem ältere Menschen (Senioren) allein. Die Gründe hierfür sind die höhere Geschwindigkeit des Elektroantriebs, gepaart mit plötzlichen Fahrfehlern oder medizinischen Notfällen.
🏍️ Motorräder: Das "Übersehen"-Problem
- Überwiegend Fremdbeteiligung: Die Mehrzahl der schweren Motorradunfälle passiert im Mischverkehr. Der Klassiker ist das Linksabbiegen oder Einbiegen eines Autofahrers, der das herannahende Motorrad schlicht übersieht.
- Tödliche Alleinunfälle: Wenn Motorradfahrer Unfälle allein verursachen, enden diese statistisch gesehen besonders oft tödlich. Rund ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle im Land geht auf das Konto von Raserdelikten.
Die Experten der Verkehrswachten in Baden-Württemberg stehen während der Aktionswoche und darüber hinaus mit Rat und Tat zur Seite, damit alle sicher ans Ziel kommen.

Mit E-Scooter, Fahrrad und Motorrad sind Verkehrsteilnehmer besonders gefährdet.
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