Elf Prozent mehr Unfälle mit Pedelecs:
E-Rad-Trainings beugen vor
Im Jahr 2025 registrierte Baden-Württemberg 4.679 Unfälle mit Pedelecs – ein Plus von elf Prozent. Vor allem ältere Pedelec-Fahrende haben eine erhöhtes Unfallrisiko. Die Landesverkehrswacht Baden-Württemberg e.V. steuert gegen und verstärkt ihre Unfallprävention durch Pedelec-Trainings für Ältere, damit diese sicher ans Ziel kommen. Entscheidend dafür sind die Trainer der Verkehrswacht, die sich regelmäßig fortbilden.
Die Verkehrsunfallbilanz von Baden-Württemberg verzeichnet 2025 13.074 Fahrradunfälle, 723 mehr als im Vorjahr. Bei jedem dritten war ein Pedelec beteiligt. Noch erschreckender ist die Zahl der Toten: 63 Prozent, also fast 40 von 60 getöteten Radfahrern, saßen auf einem Elektrorad – eine Zunahme um fünf Prozent. Damit enden Unfälle mit Pedelecs öfter tödlich als mit herkömmlichen Rädern. Die Verkehrswachten im Land bieten deshalb Kurse für Pedelec-Fahrende, insbesondere ältere Menschen an. Die Teilnehmenden lernen, wie sie sicher mit elektrischem Rückenwind unterwegs sind und sammeln wichtige Erfahrungen im Übungsparcours.
„Unser Ziel ist es, mit sinnvollen Maßnahmen dazu beizutragen, die Anzahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten im Straßenverkehr zu reduzieren. Bei Pedelec-Unfällen sind besonders Seniorinnen gefährdet. 2025 fuhren 27 der 37 tödlich verunglückten Radfahrenden über 65 Jahren ein Pedelec. Deshalb richtet sich unser Training besonders an diese Altersgruppe – aber auch Jüngere sind willkommen“, erklärt Burkhard Metzger, Präsident der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg e.V.
Sicher fahren mit kompetenten Trainern
Landesweit bieten mehr als 80 ausgebildete Ehrenamtliche der Verkehrswachten Pedelec-Trainings an. Sie geben praktische Tipps und beantworten alle Fragen rund um den E-Antrieb. Burkhard Metzger betont: „Das Pedelec-Training ist eines von vielen Präventionsangeboten der Verkehrswacht. Es ist uns wichtig, dass unsere Moderierenden gut ausgebildet und immer auf dem neuesten Stand sind, um ein gutes und nachhaltiges Training gewährleisten zu können, das die Menschen tatsächlich sicherer auf dem Pedelec macht: vom richtigen Anfahren übers Ausweichen bis zum Bremsen und Anhalten. Deswegen werden unsere Pedelec-Moderierenden ausgiebig geschult und fortgebildet.“
Tipps der Landesverkehrswacht für eine sichere Pedelec-Fahrt
- Machen Sie sich vor der ersten Fahrt mit Ihrem Pedelec vertraut: Insbesondere das Anfahren, aber auch die Geschwindigkeit und das schwerere Gewicht sind gewöhnungsbedürftig und benötigen Übung.
- Tragen Sie einen Helm, um Ihren Kopf im Falle eines Unfalls zu schützen.
- Fahren Sie bei Dämmerung und im Dunkeln immer mit Licht und Warnweste oder reflektierender Kleidung.
- Fahren Sie vorausschauend und seien Sie stets bremsbereit.
- Halten Sie ausreichend Abstand zu parkenden Fahrzeugen, damit Sie nicht wegen öffnender Autotüren plötzlich ausweichen müssen.
- Passen Sie Ihre Geschwindigkeit an das Verkehrsaufkommen an.
- Geben Sie deutliche Handzeichen, bevor Sie abbiegen oder die Spur wechseln möchten.
- Achten Sie besonders beim Abbiegen von Lkw und Bussen darauf, sich nicht im toten Winkel zu befinden.
Pedelec-Trainings in Ihrer Nähe
Pedelec-Trainings sind bei vielen Verkehrswachten in Baden-Württemberg ein wesentlicher Bestandteil der Verkehrssicherheitsarbeit. Diese werden in der Regel kostenfrei angeboten. Informieren Sie sich bei Ihrer Verkehrswacht vor Ort!

Menschen über 65 verunglücken besonders oft mit dem Pedelec. Ein Helm bietet wichtigen Schutz, viele fahren aber ohne. © Getty Images/Canva