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Aktionswoche Verkehrssicherheit: Kinder im Straßenverkehr

Die Aktionswoche der Verkehrssicherheit ist eine zentrale Initiative der Partnerallianz Gib Acht im Verkehr, die jährlich in Baden-Württemberg durchgeführt wird. Ziel dieser Aktionswoche ist es, auf aktuelle Themen der Verkehrssicherheit aufmerksam zu zu machen und durch verschiedene Veranstaltungen und Aktionen das Bewusstsein für sicheres Verhalten im Straßenverkehr zu schärfen. Auch die Verkehrswacht BW ist als Partner aktiv an der Aktionswoche beteiligt. In diesem Jahr liegt ihr Fokus auf einer besonders gefährdeten Gruppe im Straßenverkehr: Kinder. Warum dieses Thema so wichtig ist und was dafür getan werden kann, zeigen wir in diesem Beitrag.

Warum das Thema "Kinder im Straßenverkehr" so wichtig ist

Kinder verhalten sich im Straßenverkehr anders als Erwachsene. Sie…

  • können Geschwindigkeiten und Entfernungen noch nicht richtig einschätzen

  • lassen sich leichter ablenken

  • überblicken den Verkehrsraum schlechter

  • reagieren oft spontan und unvorhersehbar.

Burkhard Metzger, Präsident der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg appelliert: „Kinder sind die schwächsten Verkehrsteilnehmenden – deswegen sind sichere Wege für sie kein Nice-to-have, sondern eine Notwendigkeit. In der dritten Aktionswoche der Verkehrssicherheit setzen wir ein klares Zeichen für den Schutz der Jüngsten im Straßenverkehr. Unsere örtlichen Verkehrswachten leisten Tag für Tag einen wertvollen Beitrag dazu – ob mit Schulwegtrainings, dem KIDS-Mobil oder Verkehrssicherheitstagen für Kinder.“

Was die Verkehrswacht für Kinder tut

Mit vielfältigen Projekten für die verschiedenen Zielgruppen setzen sich geschulte Ehrenamtliche in über 50 Ortsverkehrswachten in Baden-Württemberg für Verkehrssicherheit ein. Speziell für Kinder gibt es beispielsweise folgende Angebote:

  • KIDS-Mobil
    In Kooperation mit der Unfallkasse Baden-Württemberg (UKBW) werden Verkehrsparcours in Kindergärten angeboten – spielerisch und altersgerecht für Kinder von 3 bis 5 Jahren.

  • Schulwegtrainer.de
    Eine Online-Plattform der Landesverkehrswacht und der UKBW mit Videos, Tipps und Spielen für Eltern, Kinder und Lehrkräfte.

  • Jugendverkehrsschulen
    Über 100 stationäre und mobile Einrichtungen unterstützen die Radfahrausbildung in Klasse 4.

  • Pilotprojekt für die Sekundarstufe I
    Seit dem Schuljahr 2024/25 werden in einem Pilotprojekt an 8 Schulen Radfahrtrainings im Sportunterricht in Sekundarstufe I getestet. Die Wiedeking-Stiftung stellt dafür 120 Fahrräder bereit, begleitet von einer wissenschaftlichen Evaluation durch die Unfallforschung der Versicherer (UDV). Ziel ist es, die Kompetenz zur Teilnahme am Straßenverkehr sowie den sicheren Umgang mit dem Verkehrsmittel Fahrrad der Kinder zu stärken.

Was wir alle tun können

Kinder für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr zu stärken und sie zu schützen, ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Jede und jeder kann etwas dazu beitragen, dass die Wege für Kinder immer sicherer werden.

  • So früh wie möglich mit Verkehrserziehung beginnen – spätestens wenn die Kinder anfangen, sich eigenständig im Verkehr zu bewegen

  • Sich des Verhaltens von Kindern im Straßenverkehr bewusst sein – und sich entsprechend defensiv und vorausschauend im Straßenverkehr verhalten

  • Vorbild sein – denn Kinder lernen durch Beobachtung.

  • Den Schulweg üben – gemeinsam mit dem Kind den Weg ablaufen und das Verhalten an Gefahrenstellen üben.

  • Auf das Elterntaxi verzichten – sie sind vor den Schulen häufig ein Sicherheitsrisiko.

Was das Land tun kann

Sichere Wege entstehen nicht allein durch Aufklärung. Auch die Verkehrsplanung ist gefragt. Deswegen fordert die LVW:

  • Trennung von Geh- und Radwegen zur Konflikt- und Unfallvermeidung

  • Durchgängige, barrierefreie und gut einsehbare Überquerungsmöglichkeiten

  • Tempo 30 insbesondere in Wohngebieten und vor sensiblen Einrichtungen wie Schulen und Kitas

  • Einsatz von Fahrzeug-Assistenzsystemen zum Schutz von zu Fuß Gehenden

  • Konsequente Kontrolle und Ahndung von Verstößen auf Gehwegen und Querungensstellen

Mit dem KIDS-Parcours kommt Verkehrserziehung in die Kindergärten. © LVW BW