Zu Fuß statt mit dem Auto:
3 Alternativen zum Elterntaxi
Warnblinker an, Motor läuft, die Straße ist dicht. Stoßstange an Stoßstange reiht sich die Blechlawine – und mittendrin: Kinder, die sich zwischen den SUV-Flanken hindurch zum Schultor zwängen. Was als gut gemeinter Shuttle-Service beginnt, macht die letzten Meter Schulweg für alle anderen zur gefährlichen Slalomstrecke. Das Paradoxe: Wer sein Kind aus Sorge bis vors Klassenzimmer kutschiert, beraubt es der Chance, selbstständig zu werden. Denn Verkehrskompetenz lernt sich nicht auf der Rückbank. Wir zeigen drei Alternativen, die den morgendlichen Verkehrs-Infarkt vermeiden helfen und Kindern wichtige Kompetenzen vermitteln.
Nutzen Sie Alternativen zum Elterntaxi
- Der Laufbus: Beim Laufbus „läuft“ eine Gruppe von Kindern gemeinsam zur Schule, begleitet von mindestens einer erwachsenen Aufsichtsperson. Wie ein echter Bus folgt die Gruppe einer festen Route mit markierten „Haltestellen“ und festen Zeiten.
Vorteil Schüler: Förderung sozialer Kompetenzen und Freundschaften durch das gemeinsame Laufen.
Vorteil Eltern: Zeitersparnis durch ein Rotationssystem bei der Begleitung. -
Der Fahrradbus: Wie beim Laufbus geht es beim Fahrradbus im geschlossenen Verband zur Schule - aber mit dem Rad. Erwachsene Begleiter schirmen die Gruppe nach außen hin ab, was das Radfahren auf der Straße ermöglicht.
Vorteil Schüler: Steigerung der motorischen Fähigkeiten und der Konzentration im Unterricht durch aktive Bewegung.
Vorteil Eltern: Kinder lernen unter Aufsicht das sichere Verhalten im Straßenverkehr, was sie langfristig mobilitätsunabhängig macht. -
Elternhaltestellen: Ist der komplette Schulweg zu lang fürs Kind, bieten Hol- und Bringzonen („Elternhaltestellen“) in ca. 250 bis 500 Metern Entfernung zur Schule eine Lösung. Die Kinder werden dort abgesetzt und bewältigen das letzte Stück zu Fuß. Vorteil Schüler: Ein kurzes Stück Bewegung an der frischen Luft macht wacher und fördert die Orientierung. Vorteil Eltern: Keine Parkplatzsuche oder Verkehrschaos.
Schulweg zu Fuß: Merksätze für Kinder
Mit diesen Regeln helfen Sie Ihrem Kind, sicher in die Schule zu kommen.
- Ich bleibe auf meinem vereinbarten Schulweg.
- Wenn ich auf die andere Straßenseite will, bleibe ich vor der Bordsteinkante stehen!
- Ich renne nicht über die Straße.
- Ich schaue nach links, nach rechts und wieder nach links.
- Am Zebrasteifen strecke ich den Arm aus, um anderen Autos zu zeigen, dass ich auf die andere Straßenseite will.
- Ich gehe erst los, wenn ein Auto angehalten hat.
- Ich gehe nur über eine grüne Ampel, wenn die Autos stehen.
Banner gegen Elterntaxis
Die Landesverkehrswacht Baden-Württemberg e.V., die Unfallkasse BW sowie das Land Baden-Württemberg setzen sich gegen die steigende Zahl von Elterntaxis ein. Das landesweite Projekt „Geh(t) doch! – Schulweg ohne Elterntaxi“ wendet sich an Eltern und Erziehungsverantwortliche und bittet, das eigene (Fahr-)Verhalten auf dem Schulweg zu überdenken. Die neue Aktion mit auffälligen Bannern flankiert die Bemühungen des Landes Baden-Württemberg für mehr Verkehrssicherheit im Umkreis von Schulen.

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