Mehr Sicherheit für zu Fuß Gehende
Landesverkehrswacht Baden-Württemberg fordert die Abschaffung von gemeinsamen Fuß- und Radwegen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr
Zu Fuß Gehende sind die am stärksten gefährdete Personengruppe im Straßenverkehr. Trotz insgesamt rückläufiger Unfallzahlen ist das Risiko für Kinder und ältere Menschen weiterhin hoch. Für die Landesverkehrswacht Baden-Württemberg e.V. müssen daher die Anstrengungen für mehr Sicherheit von zu Fuß Gehenden intensiviert werden. Das Land BW fördert bereits die Schaffung von getrennten Rad- und Fußwegen in den Kommunen. Zusätzlich sollten Geschwindigkeitsregelungen und konsequente Kontrollen umgesetzt werden, da diese wesentlich zum Schutz der betroffenen Gruppen beitragen.
"Für mehr Sicherheit von Fußgängern sollte es möglichst keine gemeinsamen Geh- und Radwege mehr geben. Durch die gleichzeitige Nutzung durch Gehende und Radfahrende besteht ein erhebliches Konfliktpotential und die Unfallgefahr steigt. Stattdessen brauchen wir eine konsequente Trennung von Rad- und Fußwegen und müssen gleichzeitig beiden genügend Fläche einräumen," fordert Burkhard Metzger, Präsident der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg e.V. anlässlich der Aktionswoche der Verkehrssicherheit der Initiative „Gib Acht im Verkehr“ vom 12.-19. Juli 2025. "Gehwege und Querungsstellen müssen zudem durchgängig, barrierefrei und sichtbar gestaltet sein, damit sie sicher von Kindern und älteren Menschen genutzt werden können. Ein weiterer Punkt ist, dass die Grünphasen für den Fußverkehr an Ampeln angemessen lang sein sollten, um auch Menschen mit Einschränkungen ein sicheres Überqueren der Straße zu ermöglichen."
Die gezielte Förderung des Fußverkehrs verbessert nicht nur die Verkehrssicherheit, sondern trägt auch zur Gesundheitsförderung, zur Erreichung der Klimaziele und zur Aufwertung des öffentlichen Raums bei. Eine konsequente Umsetzung der genannten Maßnahmen ist entscheidend, um Städte und Gemeinden lebenswerter, sicherer und nachhaltiger zu gestalten.
Mehr Sicht und weniger Tempo
Sichtbeziehungen an Kreuzungen und Querungen müssen durch Parkverbote, bauliche Maßnahmen und klare Verkehrsführung gesichert werden. Tempo 30 sollte insbesondere in Wohngebieten und vor sensiblen Einrichtungen, beispielsweise Kindertagesstätten, Schulen und Pflegeeinrichtungen, zur Regel werden.
Verkehrserziehung und Aufklärung
Kinder müssen frühzeitig auf eine sichere Verkehrsteilnahme vorbereitet werden, beispielsweise im Rahmen der Verkehrserziehung ab dem Vorschulalter oder durch das Üben des sicheren Schulwegs. Öffentlichkeitsarbeit soll über Gefahren durch Ablenkung und die Einschränkung der Sichtbarkeit bei Dunkelheit aufklären sowie die gegenseitige Rücksichtnahme fördern.
Technik und Kontrolle
Fahrzeuge sollen mit Assistenzsystemen zum Schutz von zu Fuß Gehenden ausgestattet werden. Verstöße gegen Anhaltepflichten und Halteverbote an Überwegen sind konsequent zu ahnden. Das Gehwegparken gilt es weitestgehend aufzuheben und illegales Beparken von Gehwegen durch Kontrollen möglichst zu unterbinden, damit Personen mit Bewegungseinschränkungen oder Kinderwagen etc. sich in einem sicheren Raum ungehindert bewegen können und Sichtbeziehungen beim Überqueren von Straßen ungehindert möglich sind.
Koordination vor Ort
Städte mit über 100.000 Einwohnern sollen eine zentrale Ansprechstelle für den Fußverkehr einrichten. Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit von zu Fuß Gehenden sind als fester Bestandteil in kommunale Verkehrs- und Sicherheitsstrategien aufzunehmen.
Über die Landesverkehrswacht Baden-Württemberg e.V.
Die Landesverkehrswacht Baden-Württemberg e.V. vertritt die Interessen der 55 örtlichen Verkehrswachten in BW. Mit den über 6.000 ehrenamtlichen Mitgliedern erreichen die Verkehrswachten jährlich über 100.000 Kinder, Erwachsene und Senioren mit ihren Präventionsprojekten zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Aktuell beteiligen sich die Verkehrswachten an den Veranstaltungen zur dritten landesweiten Aktionswoche der Verkehrssicherheit der Initiative „Gib Acht im Verkehr“.
Für mehr Sicherheit von zu Fuß Gehenden: Landesverkehrswacht BW fordert mehr getrennte Fuß- und Radwege. © Canva/Alexsandr Ermolaev