„Wir wollen, dass die Generation der über 60-Jährigen möglichst lange aktiv am Verkehr teilnehmen kann“, sagte der Präsident der Landesverkehrswacht, Heinz Kälberer, bei der Vorstellung des landesweit einzigartigen Projekts „sicher - fit - unterwegs“ am Montag, 5. Juli 2010, in Ludwigsburg. „Deshalb informieren wir - die Verkehrswacht, die Polizei und der Apothekerverband - ab heute landesweit in abgestimmten Vorträgen über Risiken und Möglichkeiten, sich sicher im öffentlichen Raum zu bewegen.“ Das Projekt sei deshalb so einzigartig, weil es das Thema Mobilität erstmals umfassend und übergreifend aus den Blickwinkeln Gesundheit, Verkehr und Kriminalität beleuchte. „Mit dieser Bandbreite heben wir uns von den vielfältigen sonstigen Angeboten für ältere Menschen ab und das macht uns stolz“, sagte Kälberer bei der landesweiten Auftaktveranstaltung vor Seniorinnen und Senioren in Ludwigsburg.
In einer gemeinsamen Projektgruppe sei ein Konzept entwickelt worden, bei dem Experten aus dem jeweiligen Bereich in drei aufeinander aufbauenden Modulen einen Überblick über die Aspekte einer sicheren Mobilität geben würden. Dabei würden Informationen und Tipps zur sicheren Verkehrsteilnahme gegeben, aber auch wie sich gerade Seniorinnen und Senioren vor Kriminalität schützen könnten. Angesprochen werden sollen dabei vorrangig aktive ältere Menschen. „Wir gehen direkt auf die örtlichen Seniorenräte oder Seniorenclubs zu, um über unser Angebot zu informieren“, erklärte der Präsident der Landesverkehrswacht die geplante Umsetzung.
Landespolizeipräsident Dr. Wolf Hammann stellte klar, dass Senioren trotz einiger Schlagzeilen im Gesamtunfallgeschehen eher unauffällig seien. Senioren hätten im Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsanteil kein höheres Unfallrisiko. „Wer deshalb bei jedem Unfall mit Senioren gleich nach verpflichtenden Gesundheitstests oder befristeten Fahrerlaubnissen ruft, sollte sich die Statistik nochmals genauer ansehen“, mahnte Dr. Hammann. „Da haben wir bei den jungen Fahrern ein erheblich größeres Risikopotential.“
Allerdings sei jeder vierte getötete Verkehrsteilnehmer letztes Jahr über 65 Jahre alt gewesen, weshalb die Polizei hier Handlungsbedarf sehe. „Senioren haben auch ein deutlich unterdurchschnittliches Risiko, Opfer einer Straftat zu werden“, führte der Landespolizeipräsident weiter aus. Dennoch bestehe gerade bei dieser Zielgruppe ein Gefühl der Unsicherheit, weshalb eine gezielte Information nötig sei. Gerade weil die Mobilität im öffentlichen Raum den Bereich des Verkehrs und den Bereich der Kriminalität umfasse, würde die Polizei beide Bereiche ansprechen.
Vizepräsident Wolf Kümmel vom Landesapothekerverband erklärte, dass Apotheker regelmäßig im Beratungsgespräch mit den Kunden große Wissens- und Informationslücken feststellen würden. Hier setze auch das Engagement der Apotheker an, die kompetent Auskunft über Medikamente, deren Wechselwirkungen, Einschränkungen aber auch Möglichkeiten zur sicheren Teilnahme am Straßenverkehr geben könnten. „Für uns war es selbstverständlich, dass wir das Angebot zum Einstieg in das gemeinsame Projekt angenommen haben. Wir können unabhängig und qualifiziert anhand vieler praktischer Beispiele beraten“, stellte Kümmel fest. „Unser Ziel ist es, die Sicherheit im Verkehr zu erhöhen, die Verkehrstüchtigkeit zu erhalten und Vorsorgemaßnahmen zu erläutern."
Die nächsten Vortragsreihen seien bereits im Bereich Renningen und Rottweil geplant.
Hintergrundinformation zum Projekt: Die Landesverkehrswacht informiert im ersten der drei Module über Neuerungen und Änderungen im Verkehrsrecht sowie der Fahrzeugtechnik, insbesondere auch zu neuen Fahrerassistenzsystemen. Weiterhin wird den Teilnehmern dabei mehr Handlungssicherheit beim Nutzen von Kraftfahrzeugen vermittelt.
Die Polizei klärt im zweiten Modul über das richtige Verhalten als Opfer oder Zeuge auf, weist auf verkehrssichere Verhaltensweisen als Fußgänger, Radfahrer oder Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln hin und berät über Vorbeugungsmöglichkeiten gegen Trickbetrüger und Haustürgeschäfte.
Der Landesapothekerverband zeigt im abschließenden dritten Modul der Reihe die Risiken von Arzneimitteln im Straßenverkehr auf und informiert über verantwortungsvolle Medikamenteneinnahme bei altersbedingten Erkrankungen. Weiterhin erläutere dieser Teil auch die Möglichkeiten, wie die aktive Teilnahme am öffentlichen Verkehr erhalten werden kann.
Auskünfte zur Teilnahme oder zu den Veranstaltungen erhalten Interessenten über die Landesverkehrswacht Telefon: 0711 4070 300 oder email: landesverkehrswacht(at)lvw-bw.de beziehungsweise über die jeweiligen Orts- oder Kreisverkehrswachten, die dann auch die Organisation vor Ort übernehmen.
Weiterführende Informationen rund um die Bereiche Verkehrssicherheit, Kriminalität oder Arzneimittel sind unter folgenden Internetadressen abrufbar:
www.gib-acht-im-verkehr.de,
www.polizei-beratung.de,
www.apotheker.de